Suche

Undichte Dusche - kein Leitungswasserschaden?

Aktualisiert: März 9

Zwei Drittel der Bevölkerung verbringt täglich zwischen 6 und 11 Minuten unter der Dusche – dabei werden 60 – 120 Liter Wasser verbraucht. Dass Hotelgäste diese Zahlen durchaus toppen ist wohl kein Geheimnis.


Dabei sind zunehmend barrierefreie, bodengleiche Duschen – oftmals sogar in den Wohn-/Schlafbereich integriert – im Trend. Neben einer schönen Optik schätzen insbesondere Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen den Duschzugang ohne Kanten und Stolperfallen.


Wahrhaft zur Stolperfalle kann eine bodengleiche, geflieste Dusche allerdings dann werden, wenn die bauartbedingt vorhandenen Silikonfugen mit der Zeit spröde, rissig und undicht werden und Duschwasser in den Bodenaufbau dringt: Schäden liegen häufig im mittleren fünfstelligen Bereich und nicht wenige Versicherer verweigern oder kürzen Entschädigungen kategorisch.


In den meisten Bedingungen gilt bestimmungswidriger Wasseraustritt aus Rohren der Wasserversorgung, damit verbundenen Schläuchen (z.B. Waschmaschine) oder sonstigen mit der Wasserversorgung verbundenen Einrichtungen versichert. Ablehnungen basieren regelmäßig auf der Rechtsauffassung, dass geflieste Duschen mit Fugen nicht als mit der Wasserversorgung verbundene Einrichtung zu sehen sind.


Sofern in Ihren Versicherungsbedingungen nicht eindeutig geregelt, ist die Rechtslage tatsächlich unklar, da einige Gerichte Regulierungsverweigerungen der Versicherer immer wieder stützen.


Aber selbst wenn der Versicherer zahlungswillig ist: Silikonfugen im Sanitärbereich gelten als Wartungsfugen und sind nach DIN 52460 und VOB DIN 1961 regelmäßig zu überprüfen und ggf. auszutauschen. Fachleute empfehlen bei vielgenutzten Duschbereichen eine jährliche fachmännische Überprüfung.


Können Sie im Schadensfall also keinerlei Nachweise über Kontrollen und Wartungen vorweisen, kann Ihnen dies der Versicherer als Verletzung von Obliegenheiten und damit grob fahrlässig auslegen und die Schadenszahlung – je nach Kausalität – empfindlich kürzen oder sogar ganz verweigern.


Die Wahrscheinlichkeit, einen Versicherer zu finden, der solche Obliegenheitsverletzungen mitversichert ist äußerst gering und wäre tendenziell nur über steigende Beiträge finanzierbar – letztlich würde der Sorglosigkeit damit Vorschub geleistet. Die beste und preiswerteste Absicherung ist die vorschriftsmäßige Wartung (incl. Dokumentation) und ein rechtssicheres Versicherungs-Vertragswerk das für trotzdem und unvorhersehbar eintretende Leckagen unmissverständlich eintritt.

35 Ansichten
linkedin - rund.png
linkedin - rund.png
Arbeitskreis.png

MITGLIED IM