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Schlüsselverlust

Aktualisiert: März 9


Vor einiger Zeit erreichte uns der Anruf eines besorgten Hoteliers: ein Mitarbeiter des mit der Zimmerreinigung beauftragten Dienstleisters hat einen Zentralschlüssel des Hotels verloren – Kostenpunkt 7.000 EUR zzgl. Sicherheitskosten. Der verantwortliche Reinigungs-Dienstleister glaubte den Schlüsselverlust gut haftpflichtversichert.


(Schlüsselverlust galt in seiner Police eingeschlossen) – bis das Gutachten eines Sachverständigen vorlag: Entschädigungsanspruch 99 Cent – kulanterweise würden 155 EUR entschädigt.


Was war geschehen? Gesetzliche Grundlage für Haftpflichtentschädigungen ist §823 BGB. Sinngemäß: verursachte Schäden sind bei Verschulden in unbegrenzter Höhe zu ersetzen – jedoch nur zum Zeitwert. Die Schließanlage war mit rund 20 Jahren nicht mehr ganz die Jüngste – zudem fehlten diverse Schlüssel (ohne Nachweis). Die Anlage erfüllte damit im Grunde keine Sicherheits- sondern nur noch eine Ordnungsfunktion.


Der Haftpflichtversicherer hatte damit seine vertragsgemäße Schuldigkeit erfüllt – dem Gesetz war Genüge getan. Den Schaden hatte der Hotelier.

Gleiches Szenario würde sich übrigens ergeben, wenn einer Ihrer Mitarbeiter einen Zentralschlüssel verliert. Vorausgesetzt er hat eine zeitgemäße Privathaftpflichtversicherung, die diesen Baustein überhaupt vorsieht.

Angesichts von Schließanlagenkosten, die schnell im mittleren fünfstelligen Bereich liegen, stellt sich also die Frage nach passender Absicherung. Wer bereits über elektronische Systeme verfügt, ist diesbezüglich klar im Vorteil, da Karten und Transponder elektronisch deaktiviert werden können. Hier liegen die Gefahren dann eher wieder im Bereich der Internetkriminalität – wir erinnern an den Vorfall 2/17 in Wien, als Internetpiraten die gesamte Schließanlage eines Hotels kaperten.

Versucht man eine Schlüsselverlustversicherung (auf Eigentümerebene und Basis Neuwertersatz) im Internet zu recherchieren, stößt man ausschließlich auf Haftpflichtlösungen mit zuvor genannter Problematik. Fragt man bei Versicherern direkt nach einer Schlüsselversicherung werden i.d.R. nur Lösungen für Schlüsselverlust nach versichertem Sachschaden (z.B. Feuer, Einbruch-Diebstahl, Raub etc.) präsentiert. Tatsache ist, dass Versicherer – wenn überhaupt – nur bei massiver Nachfrage und auch dann nur äußerst restriktiv Lösungen für einfachen Verlust von Schlüsseln (Verlieren, Abhandenkommen etc.) präsentieren.

Abgesehen von der richtigen Versicherungssumme für die Schließanlage ist auch auf den Einschluss von Nebenkosten wie z.B. Bewachungskosten, Provisorien, Feiertags-/Nachtzuschläge etc. zu achten. Auch üblicherweise geforderte Obliegenheiten sind konsequent umzusetzen: Führen eines Schlüsselbuchs, in dem jegliche Bestandsveränderungen, namentliche Berechtigungen etc. dauerhaft zu dokumentieren sind.

Spezialmakler sind mit den hotelspezifischen Anforderungen vertraut und halten entsprechende Lösungen vor.

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