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Richtig versichert – Gast trotzdem verloren

Aktualisiert: März 9


Vor wenigen Wochen frühstücke ich in einem Hamburger Hotel. Innerhalb kürzester Zeit gelangen mir mindestens fünf Zimmernummern von Gästen zu Ohren, die ebenfalls frühstücken wollen: Zimmernummern dienen als Eintrittskarte. Nicht nur in Hamburger Hotels wird das so gehandhabt, manchmal sind die Listen zeitweise sogar unbeaufsichtigt, weil der dafür abgestellte Mitarbeiter noch weitere Aufgaben zu erledigen hat.


Egal, ob zufällig mithörender Frühstücksgast, finanziell zu sehr unter Druck stehender Mitarbeiter oder organisierte Bande – wer es darauf anlegt, kann leerstehende Zimmer gezielt ansteuern. 2017 wurden in einem von uns betreuten Hotel während des Frühstücks 27 Gästezimmer ausgeraubt …


Nun ist Kontrolle natürlich notwendig. Aber es drängt sich die Frage auf, ob die beschriebene gängige Vorgehensweise nicht ein unnötiges Sicherheitsrisiko darstellt. Wäre es nicht denkbar, Gäste erst nach dem Frühstück nach Ihrer Zimmernummer zu fragen (man bezahlt ja schließlich auch sonst erst nach dem Essen)? Oder wie wäre es, dem Gast beim Einchecken bereits entsprechende (anonyme) Frühstücksgutscheine auszuhändigen?


Es stimmt: Sicherheit macht unser aller Leben nicht unbedingt einfacher – weder beim Flughafen-Boarding noch beim Hotelfrühstück. Letztlich profitieren aber doch alle von einen möglichst störungsfreien Ablauf.


Denn eines ist klar: Hotelier und Gäste verzichten gerne auf den Stress und die zwangsläufigen Unannehmlichkeiten, wenn Bargeld, Kreditkarten, Autoschlüssel (Auto?!), I-Pad bei 20 Gästen verschwunden sind …


Über § 701 / 702 BGB ist übrigens die Haftung des Hoteliers für Gästeschäden gesetzlich geregelt:


· ohne Verschulden: max. 3.500 EUR (Geld, Wertpapiere, Kostbarkeiten max. 800 EUR)

· mit Verschulden: unbegrenzt (siehe auch §823 BGB)


Zeitgemäßen Versicherungsschutz vorausgesetzt, können Sie im Rahmen gewählter Versicherungs-summen von einer Regulierung solcher Schäden durch Ihren Haftpflichtversicherer ausgehen. Abgesehen von den Unannehmlichkeiten und Regularien sei jedoch daran erinnert, dass immer nur Zeitwert versichert gilt (gesetzliche Haftung) – Diskussionen mit Gästen sind also trotz Entschädigung häufig vorprogrammiert.


Sinngemäß gelten die Haftungsgrundlagen übrigens auch für Diebstähle durch


· unkontrollierte Herausgabe von (Zweit-) Schlüsseln an Unberechtigte

· unkontrollierte Öffnung von Zimmern (aus Gefälligkeit) für Unberechtigte

· Mitarbeiter / Servicedienstleister

· ungenügend befestigte / gesicherte Zimmertresore (z.B. Herstellercode nicht geändert)

· mangelhaft kontrollierte Gepäckaufbewahrungsräume


Vorbeugen ist also immer besser als versichern. Risikoberatung darf sich daher nicht auf den Abschluss von Versicherungspolicen beschränken. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Strukturen zu schaffen, die Schadenswahrscheinlichkeiten so weit wie möglich reduzieren. Wir unterstützen Sie dabei.

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