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Private E-Geräte im Hotelbetrieb - versichert?


Waschmaschine, Uhrenradio, Fön, Bügeleisen, Staubsauger, Heizlüfter…


Großhandel und Discounter werden nicht müde ihre Ware anzupreisen. Sobald die Zimmerzahl zum Multiplikator wird, mag die Preisspanne zum gewerblichen Fachhandel nur allzu verlockend sein …


Aber Vorsicht: gemäß der von vielen Versicherern geforderten VDS-Klausel 2015 müssen elektrische Betriebsmittel nicht nur den einschlägigen Sicherheitsbestimmungen (z.B. GS-Zeichen, VDE- oder TÜV-Plakette) entsprechen, sondern auch für den gewerblichen Gebrauch geeignet sein.


Ausnahmslos fordern Versicherer die Einhaltung behördlicher Vorschriften. In Bezug auf die Verwendung von Geräten bzw. elektrischen Betriebsmitteln beruhen diese überwiegend auf der Betriebssicherheitsverordnung, die in § 3 dem Arbeitgeber eine Reihe von Beurteilungen auferlegt, beginnend bei Auswahl und Beschaffung, über Festlegung von Arbeitsumgebung und Sicherheitsvorkehrungen,  bis hin zur Definition von regelmäßigen Prüfintervallen und –umfängen. Alles ist lt. Gesetz vom Anlagenverantwortlichen ausreichend zu dokumentieren.

Sind also Schäden durch Geräte die nicht explizit für den gewerblichen Gebrauch produziert wurden versichert?

Theoretisch ja, wenn man eine nachvollziehbare, fundierte Prüfung gemäß Betriebssicherheitsverordnung durch fachkundige Personen nachweisen kann, die im Zweifel auch einer richterlichen Beurteilung standhält. In der Praxis wird das selten in der geforderten Form der Fall sein. Praktisch also eher nein.


Der Gesetzestext weist konkret darauf hin, dass eine bloße CE-Kennzeichnung nicht von der Pflicht einer Gefährdungsbeurteilung entbindet. Das Fehlen einer solchen Kennzeichnung führt jedenfalls sicher in Beweisnot. GS-Zeichen, VDE-/TÜV- oder sonstige Zertifikate und die konkrete Kennzeichnung für den gewerblichen Gebrauch erleichtern aber in jedem Fall den Nachweis der Gefährdungsbeurteilung. Darüber hinaus ist es empfehlenswert Bedienungsanleitung, Gebrauchsanweisungen etc. dauerhaft aufzubewahren und mit der Nutzung der Geräte beauftragte Arbeitnehmer ausreichend zu instruieren.


Jegliche Abweichung von diesem Procedere kann bei Kausalität Schadensabwicklungen erschweren und bei Personenschäden sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Auf den fachlich schlüssigen Nachweis warum man ein nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechendes Gerät für geeignet halten durfte oder die Diskussion, ob der Schaden bei Verwendung geeigneter Geräte auch entstanden wäre oder nicht, kann man gut verzichten.



Kommen dann noch Versäumnisse bei der Gerätewartung (z.B. Elektrorevision nach DGUV3) oder Dokumentation derselben hinzu, kann es „richtig eng werden“. Unter gleichen Gesichtspunkten ist übrigens den Beschäftigten der Gebrauch privater elektrischer Geräte bindend zu untersagen (z.B. Handyladekabel oder Radio) – diese Regelung findet aber selbstverständlich keine Anwendung auf Gäste.


Fazit: nachdem rund ein Drittel aller Brände durch mangelhafte Elektrik entstehen, ist die in vielerlei Hinsicht existenzielle Verantwortung viel zu groß, aufgrund finanziell zu vernachlässigender Erwägungen oder aus Leichtfertigkeit kompromisse einzugehen.

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