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Golfcarts: zulassungs- und versicherungspflicht?

Aktualisiert: März 9



Golfcarts erfreuen sich nicht nur auf dem Golfplatz steigender Beliebtheit sondern werden auch zunehmend für Personen- oder Lastentransporte auf weitläufigen Liegenschaften oder Hotelresorts eingesetzt. Mit über 20 km/h sind die Fahrzeuge ganz flott unterwegs und wer sich einschlägige Youtube-Videos ansieht, wird überrascht sein, was sich mit diesen Geräten alles anstellen lässt. Bei 250 bis 300 kg Leergewicht ist das Gefahrenpotential jedenfalls nicht zu vernachlässigen.

Nach der Straßenverkehrsordnung unterliegen auf (teil-)öffentlichen Flächen genutzte Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 km/h generell der Zulassungs- und verschuldensunabhängigen Versicherungspflicht (Betreiberhaftung). Fällt Golfcarts auf dem Hotelgelände oder Golfplatz nun unter diese Regelungen?


Nach der Rechtsprechung des BGH liegt eine beschränkt öffentliche Verkehrsfläche immer dann vor, wenn sie für jedermann zur Benutzung zugelassen ist. Die Rechtsprechung hat diese Definition extensiv ausgelegt. So fallen nicht nur Parkhäuser, Tankstellen, Parkplätze von Gaststätten oder Supermärkten unter diesen Begriff, sondern auch abgezäunte Firmengelände, bei denen die Zufahrt mit Passagierschein durch einen Pförtner geregelt wird (OLG Bremen, MDR 80, 422).


Golfplatzfahrzeuge müssen daher i.d.R. der Straßenverkehrsordnung entsprechen, was über eine Betriebserlaubnis (häufig nicht vorhanden) oder eine TÜV-Einzelabnahme nachzuweisen ist. Häufig sind Nachrüstungen im Bereich der Licht-, Signal- und Bremsanlagen notwendig.

Wenn nur im Voraus vereinbarte Flächen, Straßen und Wege befahren werden, erteilen Behörden für Hotels/Golfplätze häufig eine Ausnahmegenehmigung. Mit der Zulassungspflicht entfallen dann auch Versicherungspflicht, sowie die Pflicht ein amtliches Kennzeichen zu führen.


Versicherungsschutz sollte natürlich trotzdem vorgehalten werden: der Versicherungsschutz kann für wenig Geld in die Betriebshaftpflichtversicherung (AKB-Deckung) eingeschlossen werden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass vorhandene Privathaftpflichtversicherungen der Fahrer für durch das oder am Cart verursachte Schäden nicht einstehen.


Fahrer von Golfcarts müssen übrigens zwingend über die entsprechende Fahrerlaubnis verfügen. Um nicht persönlich zu haften, sollten sich die Halter solcher Fahrzeuge sowohl bei Gästen als auch Mitarbeitern regelmäßig vom Vorhandensein der Fahrerlaubnis überzeugen (möglichst dokumentieren).


Bei Neupreisen zwischen 5.000 – 10.000 EUR ist neben der Absicherung von Fremdschäden auch der Einschluss von Eigenschäden zu überdenken. Analog einer Vollkaskodeckung handelt es sich dabei um eine Allgefahrendeckung, die auch Schäden am Cart aufgrund von z.B. Ungeschicklichkeit, Unfällen, Brand etc. einschließt. Je nach Versicherungssumme und Deckungsmodell liegen die Versicherungsbeiträge zwischen 50 – 100 EUR / Jahr bzw. Fahrzeug. In der reduzierten Form ist zumindest der Einschluss des nicht in Gebrauch befindlichen Gefährts in die Inhaltsversicherung zu empfehlen (speziell Feuer und Einbruch -Diebstahl).


Angesichts möglicher Personenschäden und weitreichender strafrechtlicher Konsequenzen für Verantwortliche sollte der gesetzeskonforme Betrieb von Golfcarts in jedem Fall Chefsache sein.


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