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ANTWORTEN: Versicherungsschutz & Coronavirus (Stand 03.03.2020)

Aktualisiert: März 16


Ist der Coronavirus versicherbar?

Klassische Betriebsunterbrechungsversicherung leisten definitiv nicht. Wer eine Betriebsschließungsversicherung aufgrund Seuchen abgeschlossen hat, muss das Kleingedruckte prüfen: zahlreiche Versicherer haben abschließende Aufzählungen vereinbart, die den Coronavirus noch gar nicht beinhalten.


In den Rahmenverträgen von hotelsicherer wird auf die lt. Infektionsschutzgesetz (IfSG) § 6, 7 meldepflichtigen Krankheiten abgestellt – der Coronavirus ist dort seit 1.2.2020 offiziell gelistet. hotelsicherer liegt mittlerweile ergänzend eine ausdrückliche schriftliche Bestätigung unseres Risikoträgers vor, bei behördlich angeordneter Betriebsschließung aufgrund Coronavirus zu leisten.


Nach unserem Kenntnisstand haben mittlerweile alle Erst- und Rückversicherer den Abschluss von Neuverträgen eingestellt.


Welche Voraussetzungen müssen für eine Versicherungsentschädigung erfüllt sein?

Entschädigung wird geleistet, wenn die zuständige Behörde aufgrund des IfSG beim Auftreten meldepflichtiger Krankheiten


a) die Schließung des Hotelbetriebs anordnet, oder

b) beschäftigten Personen Ihre Tätigkeit wegen Erkrankung, Infektion, Krankheits-

oder Ansteckungsverdachts untersagt


Was ist in der Betriebsschließungsversicherung versichert?

Die Leistungen hängen vom jeweiligen Bedingungswerk ab. hotelsicherer sieht in seinen Rahmenverträgen folgende Leistungen vor:


  • vereinbarte Tagesentschädigung für max. 30 Schließungstage / optional 60 Tage (Unterversicherungsverzicht und i.d.R. kein Nachweis im Schadensfall)

  • Lohnkosten für erkrankte Arbeitnehmer bei Tätigkeitsverbot/en durch die Behörde oder ärztlichem Attest (max. 42 Tage, 30-fache Tagesentschädigung)

  • Desinfektionskosten für Betriebsräume (max. 6-fache Tagesentschädigung)

  • Ermittlungs- und Beobachtungskosten (max. 6-fache Tagesentschädigung)

  • Werbekosten für nachgewiesene Aufwendungen (max. 6-fache Tagesentschädigung)

  • Warenschäden bis 10.000 EUR (optional erhöhbar)

  • Brauchbarmachung bis zu 10% der Warensumme

  • Desinfektionskosten von Waren und Vorräten



Wer zahlt, wenn Behörden Quarantäne für meinen Hotelbetrieb / Ort / meine Region verhängen und Gäste ggf. nicht abreisen dürfen?


Viele Hoteliers mit denen wir in den vergangenen Tagen Kontakt hatten, sehen dieses Szenario für wahrscheinlicher. Eine Betriebsschließung liegt in diesem Fall jedoch nicht vor – die Betriebsschließungsversicherung wird daher leider nicht leisten. Verschiedentlich anderslautende Aussagen sind u.E. unglaubwürdig und nicht belegt. Zahlreiche Juristen sind der Auffassung, dass der Staat als anordnende Stelle einer Quarantäne für Entschädigungen aufzukommen hat. Und tatsächlich sieht das IfSG in Abschnitt 12 § 56 Abs. 4 folgende Regelung vor: „Bei einer Existenzgefährdung können den Entschädigungsberechtigten die während der Verdienstausfallzeiten entstehenden Mehraufwendungen auf Antrag in angemessenem Umfang von der zuständigen Behörde erstattet werden. Selbständige, deren Betrieb oder Praxis während der Dauer einer Maßnahme … ruht, erhalten ... auf Antrag von der zuständigen Behörde Ersatz der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang.“


Die Definitionen für „Existenzgefährdung“, „weiterlaufend“, „nicht gedeckte Betriebsausgaben“ und „angemessener Umfang“ sind vermutlich von Gerichten zu klären.


Wer zahlt die Lohnkosten von Mitarbeitern, die nicht erkrankt sind, aber von der Behörde unter Quarantäne gestellt werden?

In Salzburg wurden 18 Hotelangestellte nach Kontakt mit einem coronainfizierten Gast vorsorglich unter Quarantäne gestellt. Wie im Krankheitsfall auch, besteht bei behördlich angeordneter Quarantäne für den Arbeitgeber sechs Wochen Lohnfortzahlungspflicht. Auf Antrag erhält er die Lohnkosten jedoch von der zuständigen Behörde rückerstattet. Freiwillige bzw. selbstverordnete Quarantäne fällt nicht unter diese Regelung.


Was nützen Reisestorno-Versicherungen?

Das ist natürlich vom jeweiligen Bedingungswerk abhängig. Überwiegend greift der Versicherungsschutz jedoch nur, wenn der Gast (oder je nach Vertragswerk Mitreisende oder enge Familienangehörige) selbst erkrankt. Angst vor Ansteckung, Reisewarnungen für das Zielgebiet oder Quarantäneanordnung (ohne Erkrankung) sind i.d.R. nicht versichert. In der Praxis müssen sich Gastgeber und Reisender also an die vereinbarten Stornierungsregelungen halten oder einvernehmlich einigen.


Links zum Thema:


Corona-Verbreitung Deutschlandkarte

https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4


Corona-Verbreitung Weltkarte

https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html?fbclid=IwAR3gEXzS-4FSvdW55S_OLI0LkQNiJ_aWXCJMgCKYcLrj0pF8_PTT6l2WQRE#

/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6


Bundesministerium für Gesundheit https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html


Robert-Koch-Institut (Häufige Fragen)

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html


Gesetzestext Infektionsschutzgesetz

http://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/index.html



Hinweis: Es handelt sich bei diesen sorgfältig recherchierten Informationen um keine Rechtsberatung. Eine Gewähr für die Richtigkeit kann leider nicht übernommen werden. Rechtlich verbindlich sind ausschließlich die entsprechenden Gesetzestexte und Versicherungsbedingungen.

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